Posted on 2. Juni 2012
Im Dezember 2011 fing Frau Pötschke-Langer vom DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) an, ihren Kreuzzug gegen die elektrische Zigarette und den Nikotinliquids zu führen. Sie führte Argumente gegen die elektrische Zigarette an, die nicht haltbar waren und widerlegt wurden, und interpretierte positive Eigenschaften sehr eigenwillig.
Das Ziel von Frau Pötschke-Langer war, dass für die elektrische Zigarette ein Verbot ausgesprochen wird. Ihr Weg ist gewesen, dass Nikotin in den Liquids als Arzneimittel zu deklarieren und die wichtigste Substanz - das Nikotinliquid - als zulassungspflichtiges Arzneimittel deklarieren zu lassen. Sie schien damit zunächst Erfolg zu haben. Frau Steffens, Gesundheitsministerin von NRW, glaubte den verdrehten Tatsachen und erließ ein Verbot für den Verkauf der elektrischen Zigarette - insbesondere der Nikotinliquids. Frau Steffens stützte sich maßgeblich auf die Aussagen von Frau Pötschke-Langer.
Frau Steffens und auch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) erlitten einen herben Rückschlag, als das Verwaltungsgericht Köln und Oberverwaltungsgericht Münster in zwei unabhängigen Verfahren entschieden, dass die elektrische Zigarette und die Nikotinliquids Genussmittel seien und somit frei verkäuflich sind.
Just in diesem Moment wurde es sehr still um Frau Pötschke-Langer! Äußerte sie sich zu diesem Thema, so war es zumindest wesentlich differenzierter. Wir schrieben dazu bereits hier.
Es schien Ruhe und Ordnung einzukehren. Wenn wir davon absehen, dass eine Vielzahl von Händlern - auch wir - Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen über sich ergehen lassen mussten und weitere Händler aufgeben mussten, da es finanziell nicht mehr tragbar war.
Jetzt kommt der nächste Versuch: Herr Sörgel
Herr Sörgel ist Pharmakologe und Leiter des Instituts für Pharamzeutische und Biomedizinische Forschung in Nürnberg. Ein Name, der bis jetzt noch nicht bekannt gewesen ist. Darin liegt vermutlich das Problem, denn die elektrische Zigarette scheint derzeit das perfekte Medium zu sein, um sich profilieren zu können. Ahnung muss man dazu keine haben, wie Herr Sörgel schriftlich beweist. Er muss lediglich das Wort Nikotin in den Mund nehmen in Verbindung mit der elektrischen Zigarette. Schon ist er ein liebgewonnener Partner der Medien.
In dem folgenden, von Herrn Sörgel verfassten Text, diffamiert er die Gesetzgeber, die Nutzer selbst und auch die Händler.
Er unterstellt den Richtern, die für die elektrische Zigarette (nach geltender Rechtslage) absolut korrekt geurteilt haben, sie hätten gegen jede Vernunft gehandelt.
Er unterstellt den Dampfern, dass sie das Produkt missbrauchen würden als Arzneimittel, indem sie mit dem Rauchen aufhören (was für ein Schwachsinn ist das? Selbst wenn, sollte er als Mediziner doch froh sein!)
Er unterstellt den Dampfern, sie würden die Geräte zweckentfremden und illegale Stoffe zu sich nehmen. Selbst wenn dem so wäre - es gibt eine zweckmäßige Bestimmung für die elektrische Zigarette, die dies nicht beinhaltet! Ebenso kann jemand Hanf in seinen Kuchen mit einbacken. Wird deshalb der Kuchen verboten?
Er gibt regelrecht eine Anleitung, wie man die elektrische Zigarette missbrauchen kann! Eine größere Verantwortungslosigkeit ist uns in der Geschichte der elektrischen Zigarette noch nicht vorgekommen!
Er unterstellt den Dampfern Verantwortungslosigkeit, indem er suggeriert, sie würden ihren Kindern die elektrische Zigarette zur Nutzung überlassen.
Die Dampfer der elektrischen Zigaretten sind jezt sogar Umweltverschmutzer, da Batterien und Elektronik in den elektrischen Zigaretten enthalten sind, die als Müll anfallen. Richtig - und die Hersteller/Importeure zahlen sogar für die umweltgerechte Entsorgung!
Er unsterstellt Händlern, unsaubere Produkte zu vertreiben - auch noch aus China (um Himmels Willen!).
Natürlich dürfen auch die übertriebenen Darstellungen und die bewusst falsch ausgelegten Interpretationen von Studien nicht fehlen.
So stellt Herr Sörgel zwar richtig dar, dass 10ml Nikotinliquid teilweise 360 mg Nikotin enthalten - 100ml sogar 3800 mg. Ja! Das stimmt. Der uninformierte Leser macht sich sofort ein Bild davon, wie ein Mensch tot umkippt, wenn er die 10 ml Nikotinliquid trinkt, da ja nach Angaben von Herrn Sörgel bereits 40 mg bis 60 mg reines Nikotin tödlich sein können. Sehr gefährlich das ganze - es muss natürlich auch in den Augen des Lesers sofort verboten werden!
Was Herr Sörgel allerdings nicht erwähnt:
Das Liquid ist nicht zum Trinken, sondern zum Dampfen gedacht (schon wieder das Stichwort zweckmäßige Bestimmung, das Herr Sörgel nicht kennt). Ein durchschnittlicher Dampfer kauft Liquid, das auf 10 ml Liquid 180 mg Nikotin enthält. Davon dampft dieser im Schnitt 2-3 ml über den ganzen Tag. Die Tagesdosis ist somit nicht höher als 54 mg. Die tödliche Dosis von 40 mg bis 60 mg ist übrigens nur dann tödlich, wenn sie auf einmal zu sich genommen wird. Nikotin baut sich im Körper sehr schnell ab. Ein Mensch kann nicht soviel Dampfen, um diese Dosis jemals zu erreichen. Jetzt könnte man noch anbringen, dass die 10 ml theoretisch getrunken werden könnten (auch Glasreiniger, Toilettenreiniger u.ä. könnte übrigens getrunken werden - was aber nicht der Zweckbestimmung entspricht).
Jeder, der schon mal einen Tropfen Liquid im Mund hatte - ein Bruchteil eines Milliliters - weiß, wie es schmeckt. Wer dann die Menge schluckt, um die tödliche Dosis Nikotin zu erhalten, macht dies im vollen Bewußtsein. Vermutlich erfolglos, weil er alles wieder ausspeien würde. Sich mit einem Seil zu erhängen, dürfte wirkungsvoller sein.
Übrigens: Die potenzsteigernden Mittel wurden tatsächlich gefunden - bei einem Händler in Amerika, der diese Liquids selbst angemischt hatte. In Europa waren Nikotinliquids dieser Art nie auf dem Markt. Die Menge der gefundenen Nitrosamine war so gering, dass der Wert noch nicht einmal benannt werden konnte und wesentlich niedriger ist, als der einer Tomate. Richtig! Tomaten enthalten krebserregende Stoffe, falls Sie es noch nicht wußten! Und warum ist der Nitrosamingehalt höher als der des Nikotinliquids? Weil der Wert, der bei einer Tomate gefunden wurde, im Gegensatz zu dem des Nikotinliquids so hoch ist, dass er messbar und darstellbar ist!
Aber lesen Sie selbst und machen Sie sich ein Bild: http://www.tagesspiegel.de/wissen/quarzen-ohne-qualm/6701358.html
Es ist natürlich selbstredend, dass kritische Kommentare nicht veröffentlicht werden. So auch unsere. Und die sind wesentlich netter gewesen, als dieser Beitrag.